Kirchenmusik

Der Halberstädter Stephanus Dom ist das bedeutendste Bauwerk gotischer Architektur. In seiner Reinheit übertrifft er selbst den berühmten Kölner Dom. Die Kathedrale wurde in 250 Jahren erbaut. Der Bau wurde 1236 begonnen. Der Dom beherbergt eine große Reliquiensammlung, sowie eine beeindruckende Sammlung 700 Jahre alter lithurgischer Gewänder. Der Vorgängerbau des gotischen Doms wurde 1179 von Heinrich dem Löwen vernichtet, der die Stadt gebranntschatzt hatte. 1945 wurde der Dom durch die britisch-amerikanischen Luftan- griffe auf Halberstadt schwer

beschädigt. Der energischen Arbeit einzelner Halberstädter nach Ende des Krieges ist es zu verdanken, dass der Dom auch heute noch erhalten ist. In der DDR Zeit bekam der Dom leider nur sehr wenige Fördermittel. Nach der Wende wurden dann besonders wichtige Arbeiten durchgeführt. Auch heute ist der Dom immernoch auf Förder- und Spendengelder angewiesen, da er ständigem Verfall ausgesetzt ist. Das Bild zeigt den Dom in der Süd-Ost Ansicht, die Aufnahme stammt aus der DDR Zeit.

Der Dom ist eine dreischiffige Basilika. Er hat eine Gesamtlänge von 102 Metern und ist mit der Triumphkreuzgruppe in der Mitte vom Hohen Chor und Langschiff getrennt. Die Triumphkreuzgruppe stammt aus dem ottonischen Vorgängerbau. Da dieser breiter war, mußte die Triumphkreuzgruppe an den Seiten gekürzt werden, daher sind nur 10 der 12 Jünger dargestellt. Die Engel vereinen gleichzeitig Cherubin und Seraphin. (Engel auf Feuerrädern und sechsflüglige Engel) Der Taufstein am Westeingang des Langschiffes stammt ebenfalls aus dem ottonischen Vorgängerbau. Der Radleuchter und die Holzkanzel stammen aus dem 15. Jh. Der

Radleuchter symbolisiert das himmlische Jerusalem mit seinen zwölf Toren. Die ältesten Fensterbilder des Doms befinden sich in der Marienkapelle an der Ostspitze des Doms. Sie stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Der Dom gehört mit seinem Domschatz zum Land Sachsen Anhalt. Für kirchliche Zwecke wird er von der evangelischen Stadt- und Domgemeinde und dem Kirch- spiel Halberstadt genutzt. Einmal im Monat ist ein Stadtgottesdienst, welcher auch öfters im Dom stattfindet. Normalerweise ist an jedem Sonntag um 10 Uhr Gottesdienst im Dom oder in der sanierten Winterkirche. Im Sommer findet jeden Samstag ein Orgelkonzert um 18 Uhr statt. Die Christvesper ist Heiligabend um 18 Uhr im Dom. Dazu wird jedem Besucher geraten, sich warm einzukleiden, da es im Dezember im Dom bitterkalt ist. Das Foto zeigt den ehemaligen Superintendent Ulrich Schäffner während eines Gottesdienstes. Der Altar des Doms steht direkt an den Vierungspfeilern, die das Langschiff und das Querschiff trennen. Dieser Bereich des Doms wurde 1945 besonders schwer beschädigt, dabei wurde auch das Vier-

rungstürmchen auf dem Dach vernichtet, einzig die kleine Glocke ist noch vorhanden.

Das Bild zeigt den Hal- berstädter Posaunen- chor bei einem Konzert in der Johanneskirche. Der Posaunenchor spielt im Sommer an jedem ersten Samstag des Monats von den Dom- türmen. Das kurze Kon- zert beginnt 17.20 Uhr und endet um 17.55 Uhr mit einem Glocken- vollgeläut. Die Proben des Posaunenchors finden um 18 Uhr jeden

Montag in Domplatz 16a statt.

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