Geschichtsreferat

Halberstadts Rolle zur Zeit des Befreiungskrieges  gegen Napoleon

Dieser Teil meiner Homepage widmet sich meinem Geschichtsprojekt aus dem Schulhalbjahr 12/1. Es wird hier die Rolle Halberstadts zur Zeit des Befreiungskrieges (1809-1813) erläutert.
Ich habe mich hier auf Fakten und historische Ereignisse beschränkt, sodaß grafische Besonderheiten ausbleiben, ich hoffe dadurch wirkt die Ausarbeitung nicht zu trocken.
Diese Ausarbeitung entstand mit freundlicher Unterstützung vom Städtischen Museum sowie dem Stadtarchiv Halberstadt. (geschrieben von Benjamin Schäffner)

Halberstadts Situation im neuen Königreich

Als Hauptstadt des Saaledepartement, waren nun immer Truppen in Halberstadt stationiert. Die Soldaten wohnten  aber nicht in Baracken, sondern in Bürgerhäusern von Einwohnern der Stadt. Das Fürstentum mußte an Frankreich Reparationszahlungen in Höhe von 520 000 Franken leisten. Zusätzlich mußten die Halberstädter 200 Mann für die 25000 Mann starke westfälische Armee stellen. Napoleon verfügte, dass die Armee bei Verlusten sofort wieder gefüllt  werden sollte. Er setzte die Armee Westfalens an fast allen Fronten ein und ließ sie zweimal um insgesamt  13000 Soldaten vergrößern.  Es gab eine hohe Rate an Deserteuren (ca. 15%). Viele junge Männer sind damals aus der Region über die Elbe nach Preußen geflohen, was wegen der französischen Geheimpolizei nicht ungefährlich war, da Deserteure  mit dem Tode bestraft wurden. Halberstadt hatte damals 11528 Einwohner und damit 7000 Einwohner weniger als Halle, dennoch entschied man sich als Hauptstadt für Halberstadt, da es bereits unter preußischer Herrschaft eine Beamtenstadt war und Halle mit seiner Universität ein eher ausführender Ort war.

Die Ereignisse des Jahres 1809 

GESAMTDEUTSCHLAND:
Im Jahre 1809 gab es bereits die ersten Widerstände  gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Die Kriegserklärung Österreichs motivierte viele Patrioten in Deutschland sich ebenfalls gegen Frankreich  zu stellen. Dadurch kam es zu Aufständen in etlichen deutschen Städten.  In Braunschweig, Magdeburg und Kassel wurden alle Aufstände mit Militärgewalt zerschlagen. Ein weitere Problem war auch das Preußen die Aufständigen  nicht unterstützte und somit die Mittel für solche Widerstände  gegen die Fremdherrschaft nur begrenzt waren. Zusätzlich waren die Teilnehmerzahlen in solch Widerstandszellen nur sehr gering und viele Mitglieder waren Konservative, was dazu führte ,daß viele Patrioten solchen Gruppen fernblieben. Die schlechte Organisation und Verständigung in dem Gruppen machte es der französischen und westfälischen Armee leicht, jede dieser Widerstandszellen einzeln auszuschalten. Dennoch wirkten die Aufstände in den oben genannten Städten  motivierend und mobilisierend  auf  die Bevölkerung.

EREIGNISSE IN HALBERSTADT:
In Halberstadt forderten Handwerker,  Bäcker und Fleischer die Bezahlung von  erbrachten Leistungen. Sie hatten die , in Halberstadt stationierte , französische Armee mit Kleidung und Lebensmitteln versorgt. Die Stimmung in Halberstadt hatte bereits gegen die westfälische Herrschaft umgeschlagen , da es immer wieder Forderungen  an die örtlichen Handwerker sowie die Bevölkerung gab. Napoleon  forderte Westfalen auf eine Armee von 25 000 Mann aufzustellen, die bei Verlust sofort wieder aufgestockt werden sollte. Halberstadt hatte insgesamt 200 Mann für die Armee zu stellen. Der Spanienfeldzug kostete 31 Halberstädter  Soldaten das Leben. Dieser andauernde Verlust von männlichen Arbeitskräften sowie das Aufspalten von Familien verschärfte die Lage zusätzlich in der Stadt. Da Halberstadt Hauptstadt des Saale Departements war, waren ständig Soldaten stationiert, die in Bürgerhäusern der Stadt einquartiert wurden.

Ende April gab es erste Gerüchte über das Herannahen des Schillschen Heeres.  Der preußische General Schill hatte mit seinem Heer die franz.- westf. Armee bei Dodendorf besiegt und war nun auf den Weg zur Nordseeküste um mit Hilfe von englischen Schiffen  auf die britischen Inseln überzusetzen. Nach dem Sieg entsendete Schill eine kleine  Streitmacht, unter Führung von Leutnant Francois, in die Region Halberstadts . Er sollte mit seinem Trupp die Region um Halberstadt herum erkunden und Freiwillige rekrutieren. Am 7. Mai erreichte die kleine Armee Gröningen und wurde dort von der Lage in Halberstadt unterrichtet. Francois erfuhr von einem Ortsansässigen, daß die, in Halberstadt stationierte, Armee ausgerückt sei und die Stadt nun nur noch von der Präfekturgarde verteidigt wurde. Ebenfalls erfuhr der Leutnant das die königlichen Kassen noch in Halberstadt sind. Er faßte deshalb den Entschluß nach Halberstadt zu reiten um mit Hilfe der Bevölkerung die Kassen in seinen Besitz zu bringen. Am Stadttor wurde Francois bereits herzlich empfangen und die Bürgerwehr bot ihre Dienste für die preußische Armee an. Der Leiter der Bürgerwehr war der Gastwirt Wohlenberg. Zusammen mit der Bürgerwehr konnte ohne Blutvergießen die franz. Präfekturwache  entwaffnet und in die Wachstube eingeschlossen werden.Nachdem die Präfekturgarde entwaffnet war ritt Francois zum Haus des franz. Befehlshaber und stellte sich allein 32 Mann. Nachdem er angeklopft hatte und die Tür geöffnet wurden war, rief er : “Ergebt euch, die Stadt ist erobert !”Dies muß auf die Franzosen so überzeugend  gewesen sein, daß diese ihre Waffen abstellten und sich mit “Pardon” ergaben. Nachdem nun die Stadt in der Gewalt der Preußen war, ritt Leutnant Francois zum Zentrum, wo er bereits jubelnd von den Halberstädter Einwohnern empfangen wurde. Vom Balkon des Rathauses sprach er dann zu der Bevölkerung: ”Bürger von Halberstadt ! Ich bin mit meinem Husaren als Avantgarde des Schillschen Korps gekommen um Eure Stadt zu nehmen. Das westfälische Königreich hat aufgehört zu regieren...”
Die gesamte Eroberung der Stadt ging so schnell und leise von statten, dass in den Bureaus der westfälischen Regierungshauptkasse ohne Unterbrechung gearbeitet wurde. Als Francois in das Büro des Direktor, Kriegsrat Schulz, eintrat, wußte dieser noch nichts von dem Machtwechsel. Auf die Forderung des Leutnants blickte Schulz nur verlegen auf und arbeitete dann weiter. Als Francois dem Direktor dann eine Pistole hinhielt und dieser die Husaren auf dem Flur erblickte, gab er die Kassen mit tiefer Verbeugung heraus.. Die Eroberung durch die Abteilung des Schillschen Korps ging in die Geschichte der Stadt als “Husarenstreich” ein. Am nächsten Morgen verließ die kleine preußische Abteilung wieder die Stadt, zusammen mit 120 Freiwilligen, Ausrüstungsgegenständen und den erbeuteten Kassen, und traf sich mit dem Schillschen Korps bei Tangermünde.

Am 11. Mai bekamen die Halberstädter ihre euphorische  Unterstützung der Preußen zu spüren, als 1000 Mann der holländisch- westfälischen Armee in Halberstadt einmarschierten. Zwei Tage später folgten noch 1200 belgische Soldaten. Jedes Haus der Stadt hat zwischen 6- 12 Soldaten aufzunehmen, eine enorme Belastung für die Bevölkerung. Aktive Mitglieder der Bürgerwehr wurden verhaftet und später nach Magdeburg abtransportiert.

DIE EROBERUNG DER STADT DURCH DIE SCHWARZE SCHAR DES HERZOGS VON BRAUNSCHWEIG
Nachdem Österreich vor Frankreich kapituliert hatte, versuchte auch der Herzog von Braunschweig- Oels die Nordseeküste zu erreichen, um auf der Seite der Engländer gegen Napoleon zu kämpfen. Der Weg seines 1500 Mann starken Heeres führte über Zwickau - Leipzig - Halle - Hettstedt und Quedlinburg. Am 29. Juli 1809 legte der Herzog eine Rast bei Quedlinburg ein, wohlwissend, dass er bereits von General Gratien verfolgt wurde. Die Umgehung Halberstadts  hätte den Herzog zuviel Zeit gekostet, sodas die französische Armee dann aufgeschlossen hätte, außerdem war in Halberstadt gerade das 5. Linieninfanterieregiment stationiert, dass dann eine gefährliche Flankenstellung eingenommen hätte. Er beschloss daher, Halberstadt direkt anzugreifen. Oberst Menronnet, Anführer des Regiment, versuchte die Braunschweiger auf dem freien Feld anzugreifen, dies scheiterte jedoch. Nach einem verunglücktem Ausfallversuch am Harslebener Tor beschloss der Oberst die Tore zu verrammeln. Die Braunnschweiger Soldaten drangen dennoch in die Stadt ein, indem sie beim Bullerloch über die Stadtmauer kletterten. Das Johannistor konnte selbst durch ein Geschütz nicht aufgebrochen werden, jedoch konnte mit Hilfe des Schlossermeisters Schack der genaue Winkel eingestellt und das Schloß aufgebrochen werden. Danach strömten die Braunschweiger in die Stadt und drängten die Westfalen in das Zentrum zurück. Auf dem Breiten Weg verschanzten sich westfälische Soldaten hinter Schränken und Karren, aber am darauffolgenden Morgen konnte auch dieser Widerstand gebrochen werden. Insgesamt starben 300 Soldaten auf westfälischer und Braunschweiger Seite, vier Halberstädter Zivilisten starben ebenfalls bei dem Angriff. Es entstand ein Sachschaden von 100 000 Talern. Zusätzlich starben 6 Offiziere und 1500 französische - westfälische Soldaten wurden gefangengenommen. Verletzte Braunschweiger wurden von den Halberstädtern gastfreundlich aufgenommen und bewirtet. Die übrigen Soldaten der Schwarzen Schar lagerten vor dem Johannistor. Am 30. Juli 1809 veranstaltete der Herzog von Braunschweig - Oels ein Volksfest, zu dem sich viele Halberstädter  einfanden. Sie versorgten das Heer mit Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken.  Noch am gleichen Abend rückte der Herzog mit seiner Schar wieder aus,  da er nicht allzuviel Zeit verlieren wollte. Er rief Gefangene aus dem westfälischen Heer auf, zu ihm überzutreten. Diesem Aufruf folgten mehr als 300 Soldaten. Damit konnten Verluste ausgeglichen werden.  Am 1. August erreichte der französische General Gratien Halberstadt. Im Gegensatz zu dem französischen Verhalten bei der Rückeroberung der Stadt von dem Schillschen Heer, behandelte Gratien die Stadt nicht ungerecht, so dass diese eine erneute großangelegte Stationierung von Truppen nicht zu befürchten hatte
.

Die Schwarze Schar erreichte im August die Nordseeküste  und wurde dort von englischen Schiffen aufgegriffen. Seitdem kämpfte  die Schwarze Schar als Deutsche Legion in Spanien gegen die französische  Fremdherrschaft.

FAZIT DES JAHRES 1809:

Erstmals hat sich in Halberstadt der Widerstand gegen die Fremdherrschaft in Halberstadt offenkundig gezeigt. Ohne die Hilfe  durch die Halberstädter Einwohner hätten die beiden Armeen die Stadt nicht in ihren Besitz bringen können. Die Versorgung der beiden Armeen mit Nahrungsmitteln und Ausrüstungsgegenständen ermöglichten eine entspannte Atmosphäre zwischen der Bevölkerung und des Soldaten. Nachdem die verwundeten Soldaten aus dem Braunschweiger Heer genesen waren,  ermöglichten die Halberstädter ihnen eine Flucht über die Elbe um sich der preußischen Armee anzuschließen und um der französischen Geheimpolizei zu entgehen. Die 300 Überläufer im 5. Linieninfanterieregiment der Franzosen zeigte auch, das die Moral sich in der westfälischen Armee verschlechtert hatte, viele Soldaten wurden zwangsweise rekrutiert. Der Widerstand in Halberstadt animierte viele Städte der Umgebung sich ebenfalls stärker im Widerstand zu betätigen, zumal das gesamte Gebiet strategisch wichtig war, da es direkt hier der Grenze zu Preußen lag und somit die Eingangstür  in das Königreich Westfalen war und auch ein wichtiger Verteidigungspunkt  zwischen der Grenze und Kassel, dem Sitz des Königs, war.

DIE  EREIGNISSE  DER   JAHRE  1812  und  1813

GESAMTDEUTSCHLAND:
Im Jahr 1812 brach Napoleon mit einem Heer von 500 000 Mann nach Russland auf, um den letzten Widerstand auf dem europäischen Festland zu brechen. Im Heer befanden sich auch 171 Halberstädter. Die russische Taktik der verbrannten Erde forderte kostete vielen Soldaten das  Leben, zusätzlich kam es noch zu einen frühen Wintereinbruch, so dass es zu erheblichen Verlusten kam, und Napoleon seine übrige Armee zurückziehen musste. Napoleon hatte seine Unbesiegbarkeit verloren. Am 30. Dezember des Jahres 1812 unterschrieben der preußische General Yorck und der russische General Diebitsch die Konventionen von Tauroggen, die den Weg für die spätere Waffenbrüderschaft ebneten. Am 28. Februar unterschrieb der König von Preußen ein Bündnis mit Russland und erklärte am 16. März Frankreich den Krieg. Durch die Konventionen von Tauroggen kam es überall zu spontanen zahlreichen Eintritten in der Armee. Die Moral in dem neuen Bündnistruppen war gut und die Armeen drängten Napoleons Truppen langsam  zurück, ohne selbst klare Siege zu erringen. Bei Leipzig kam es dann zu einer vernichtenden Niederlage von Napoleons Armee, als zwischen dem 16. - 19. Oktober fast sein gesamtes Heer aufgerieben wurde. In seiner überheblichen Art konnte er zu dem Ergebnis nur sagen :“ Die Tiere haben etwas gelernt ! ”. Danach floh er zurück nach Paris.

EREIGNISSE IN HALBERSTADT
In Halberstadt schöpfte man, kurz vor dem Jahreswechsel, nach bekannt werden der französischen Niederlage in Russland wieder neue Hoffnung. Die Bürger  hassten die westfälische Regierung, die 1810, 1811 und 1812 verstärkt die Säkularisierung durchgeführt hat. So wurden die Kloster St. Burchardi und St. Nikolai aufgelöst und der Besitz an französische Wohlhabende verkauft. Die Einkünfte daraus wurden genutzt um Offiziere auszuzahlen. Im Jahre 1811 wurden der Domstift, der Liebfrauenstift, der Paulsstift und der Moritzstift aufgelöst und an hohe Angehörige des Militär für erbrachte Leistungen verschenkt. So erhielt General Masséna das Klosteramt Harsleben, General Boyer erhielt den Röderhof und Güter aus Dingelstedt und Anderbeck und  General Sorbier erhielt die Domäne Huysburg. Da Teile des großen Heeres 1812 auch in Halberstadt einquartiert wurden, wurde die Bevölkerung erneut bis an das Maximum belastet. Die hohen Steuern und die französische Geheimpolizei taten ihr Übriges. Im Februar 1813 erreichten die ersten Soldaten der gefallenden französischen Armee Halberstadt. Die Armee war in einem erbärmlichen Zustand, so dass es nötig war, Notlazarette  im früheren Franziskaner und Dominikanerkloster, sowie im Konventhaus der Nonnen im ehemaligen Burchardikloster, einzurichten. Die meist schwerkranken Soldaten schleppten den Typhus in die Stadt, woran daraufhin auch viele Halberstädter erkrankten. Bei vielen Halberstädtern gab es bereits die Überlegungen wie man sich mit den bald hier eintreffenden Russen verständigen könnte. Auf diese Überlegungen hin erschienen im Saaledepartement bald die ersten Übersetzungsbücher. Es gab in Halberstadt auch nicht wenige die über die Elbe geflohen sind um sich der preußischen Armee anzuschließen und um dann für die Befreiung ihrer Heimat zu kämpfen. Der ehemalige preußische Kammerpräsident von Halberstadt, Wilhelm Von Wedell, verkauft seinen Besitz und ging dann nach Schlesien um die Spitze einer Landwehrkompanie zu bilden. Er fiel in der Völkerschlacht bei Leipzig.
Die westfälische Regierung erhob am 20. März des Jahres 1813 eine neue Steuer  um die zusätzlichen Kriegskosten zu decken. Die neue Steuer sah wie folgt aus :

Abzugeben zu den normalen Steuern ist  nun zusätzlich auch:

    1. Hälfte der Personalsteuer pro Jahr
    2. Hälfte des Betrages vom letzten Jahr der normalen Steuern
    3. Der zwanzigste Teil des Gehaltes von Civil- und Militärbeamten

Des weiteren mussten die Pfarrer in allen Predigten den Kasseler Hof preisen  und die Preußen verspotten. Dienstleistungen an die Armee wurden mehr als verdreifacht.

Pflichtabgaben der Halberstädter an die Armee Westfalens :

Juni 1809
Insgesamt
20 Leiterwagen
66 Pferde

August 1813
Insgesamt
91 Leiterwagen
308 Pferde

Quelle: Acta der Präfektur des Saaledepartements

Diese hohen Abgaben und Leistungen hatten natürlich Auswirkungen auf die gesamte lokale Land- und Handwerkswirtschaft. Niemand war nun mehr bereit irgendeine Tätigkeit für die westfälische Regierung freiwillig zu tun. Die Moral gegenüber den Preußen und Russen erreichte einen Höchststand. Im Oktober des selben Jahres trafen zwei Leutnants der Lützowschen Freischar in Halberstadt ein, um neue Soldaten zu rekrutieren. Es waren die Leutnants Rand und von Normann. Der Zulauf an Freiwilligen war so groß das die Armee sofort kampffähig gewesen wäre, wenn nicht die Waffen und die Ausrüstung gefehlt hätten. Aber auch frühere Angehörige des preußischen Heeres, die sich nun in der Gegend um Halberstadt angesiedelt hatten, bildeten neue Verbände, um gegen die Fremdherrschaft zu kämpfen. Der in Hausneindorf ansässige Hauptmann Alexander von Wulffen stellte im Sommer 1813 in Halberstadt eine Armee von 470 Mann auf, die später auch die Halberstädter Kosaken genannt wurde. Wulffen nahm vorher bereits Kontakt mit Rand und von Normann auf um sich mit ihnen zu koordinieren, er übernahm dann auch den Befehl der, von den beiden Leutnants, rekrutierten Armee. Geheime Briefe, die der Hauptmann an den preußischen General von Bülow  schrieb, wurden persönlich von dem Sohn des Hauptpostdirektors Herzberg übergeben und abgeholt. Man hatte Angst, daß die französische Geheimpolizei die Briefe öffnen und den Inhalt lesen würde, da die Polizei keine Achtung vor dem Briefgeheimnis hatte, schon gar nicht, wenn die Briefe in das preußische Königreich gesendet wurden.

VII. DIE TSCHERNITSCHEWSCHEN KOSAKEN IN HALBERSTADT

Am 28. Mai 1813 überquerten 1200 Reiter unter General Tschernitschews Kommando, die Elbe, um als Aufklärer Erkundungen über Gebiete im westfälischen Königsreich einzuholen. Sie erreichten die Region um Halberstadt am 31. Mai. Am Burchardianger befand sich zu diesem Zeitpunkt ein Artilleriepark mit 14 Kanonen, 80 Pulverwagen, 1600 Trainpferden sowie 1600 Mann. General Ochs, der befehlshabende Offizier, erwartete zusätzlich 4000 Soldaten aus Braunschweig, die zur Verstärkung nach Halberstadt kommen sollten. Jedoch wurden die russischen Kosaken noch nicht so früh erwartet, so dass Ochs bei der Sichtung der gegnerischen ersten Soldaten überrascht reagierte, jedoch dann sofort das Feuer eröffnen ließ. Durch das intensive Feuer wurden die Kosaken in kleine Gruppen aufgespalten, die das französische Heer schnell umzingelt hatten. Durch die hohe Geschwindigkeit der berittenen Krieger wurde das gesamte gegnerische Heer gefangengenommen werden, ohne selber starker Verluste zu erleiden. Der gesamte Artilleriepark, sowie die Stadt konnte erobert werden. General Ochs, sechs seiner Offiziere und circa 1000 Unteroffiziere konnten gefangengenommen werden. Nach diesen großartigen Sieg lagerten die Soldaten am Burchardianger. Pastor Nagel beschreibt in der Kirchenchronik die Lage:
 “ Die Bewohner der Stadt waren damals von diesem unvermuteten Besuche (der Kosaken) fast ebenso sehr, nur viel freudiger überrascht, als der General Ochs mit seinen armen Westfälingern...”
Die Halberstädter hatten nun erstmals die Möglichkeit ihre erworbenen russischen Sprachkenntnisse anzuwenden. Sie belieferten die Kosaken mit Lebensmitteln und verbrüderten sich mit ihnen. Pastor Nagel beschreibt weiter, dass die Kosaken ihre Nahrung auf den Pferden sitzend einnahmen. General Tschernitschew war von der Gastfreundlichkeit der Bewohner Halberstadts so überrascht, dass er das Zuchthaus öffnen ließ, das voll mit Schiffszwieback und Mehl war. Obwohl es für viele Halberstädter so aussah, war der Moment der endgültigen Befreiung noch nicht gekommen, da die Kosaken nur Aufklärer waren, und nicht dem Heer von Braunschweig standgehalten hätten. Deshalb verließ ein Teil der Kosaken bereits am selben Tage noch Halberstadt, um mit den neuen Kanonen das westfälische Heer solange aufzuhalten, bis das restliche Heer sich aus Halberstadt mit dem übrigen Kriegsgerät zurückziehen konnte. Unter dem westfälischen Heer befand sich auch eine Veteranenkompanie, die sich Tschernitschew anschloss um eine pommersche Landwehr zu bilden. Dies beweist erneut wie schlecht die Moral in der westfälischen Armee war. Sie litt auch darunter, daß die Bevölkerung in den besetzten Gebieten ihre Abneigung teilweise offen zeigte. In den Grenzstädten von Westfalen wurden aber Verbündete Russlands und Preußens immer herzlich empfangen. Davon zeugt auch der Grabstein am Burchardianger :“ Hier ruhen zwei Kosaken des Czernitscheftschen Corps, welches am 31. Mai 1813 im Gefechte auf dem Burchardianger blieben.”
Am 24. September erreichte eine kleine Gruppe ( 14 Mann ) der preußischen Landwehr Halberstadt,  die Gruppe unter Oberst Löwenstern wurde von den Halberstädtern ebenso herzlich empfangen wie das Heer der Kosaken.

Als am 18. Oktober 1813 bereits klar war, dass Frankreich die Völkerschlacht verlieren würde, ritt Tschernitschew erneut mit seinem Heer nach Halberstadt, um seine Freundschaft zu beweisen. Als er in Halberstadt ankam, nahm er den verhassten französischen Bürgermeister Maire fest, den Leutnant Francois 1809 gegen die wütende Bevölkerung geschützt hatte. Das diese Tat kein Willkürakt war, bewies die Tatsache, dass der als besonnene und ehrliche geltende Präfekt Goßler von der Tat verschont geblieben ist. Diese Tat war dann letztendlich auch der Auslöser dafür, dass die Wulffsche Freischar als Vorbild die Tschernitschewschen Kosaken wählte. So wählten die Halberstädter ihre Bewaffnung und Uniformierung nach dem Vorbild der Russen. Damit entstand in der gesamten Region nun der Begriff der HALBERSTÄDTER KOSAKEN.
Ein Augenzeuge ( C. Becker) berichtet, dass zwischen September 1813 bis zum Ende des Krieges keine französischen oder westfälischen Truppen in Halberstadt stationiert waren. Die Halberstädter Kosaken trabten mit ihren Pferden durch die Straßen und es entstand das Gefühl, als wäre Halberstadt bereits eine befreite Stadt. Im Oktober brandschatzten französische Kavallerietrupps die Gegend um Oschersleben, um dem Einhalt zu bieten ritten 50 Mann los um die Gegner zu vertreiben. Nach einem siegreichen Kampf kehrten die Kosaken siegestrunken und mit 30 eroberten Pferden nach Halberstadt zurück. Die Kosten für die Kosaken übernahm größtenteils die Halberstädter Freimaurerloge.

DIE ENDGÜLTIGE BEFREIUNG DER STADT AM 29. OKTOBER 1813

Das Freikorps des preußischen  Majors Hellwig hatte die Aufgabe, Halberstadt zu besetzen und gegen etwaige Ausfälle aus der Festung Magdeburg zu sichern. Als bekannt wurde, dass das Heer von Blankenburg her sich Halberstadt näherte, gingen viele Bewohner ihm entgegen und überreichten den Soldaten Getränke und kleine Geschenke, sie nahmen ihnen die Ausrüstung und Waffen ab und wollten des Marsch für die Soldaten zu einem Spaziergang machen. Am Johannistor wurde Major Hellwig ein Lorbeerenkranz überreicht, von den Türmen der Halberstädter Kirchen erklangen bei dem Einzug des Freikorps die Glocken. Die Straßen waren geschmückt mit preußischen Fahnen und die Frauen überreichten den Soldaten Blumen. Nachdem man auf dem Holzmarkt angekommen war, nahmen die Halberstädter ihre Gäste mit nach Hause und bewirteten sie so gut wie sie konnten. Wer Hofraum und Stallung besaß, nahm die Reiter bei sich auf. Traurig waren an diesem Abend nur jene Halberstädter, die keinen Soldaten zur Bewirtung mehr bekommen hatten. Der Ruf von Major Hellwig war ihm vorausgeeilt. Er galt als einer der tapfersten preußischen Offiziere und war gehbürtiger Braunschweiger. Um der Freude über die Befreiung Ausdruck zu verleihen war an diesem Abend die gesamte Stadt erleuchtet, es gab keine Gasse in der nicht wenigstens ein paar Lämpchen standen. Oftmals mussten die Halberstädter ihre Stadt zu den Geburtstagen von Napoleon oder von Jerôme beleuchten, diesmal taten sie es freiwillig. Es wurden Musiker aufgetrieben und man spielte am Abend zur Unterhaltung der Befreier. Andere Bürger wollten mit der Verwaltung des Königreichs Westfalens abrechnen und Versuchten die Einrichtungen der westfälischen Verwaltung zu demolieren. Hellwig jedoch stellte eine Wache ab um dies zu verhindern. Man wollte dem Volk nicht freien Lauf lassen. Dies deutete bereits darauf hin, dass man die Rechte die man dem Volk zugestanden hat, später wieder rückgängig machen wollte. Am Abend des 31. Oktober veranstalteten die Halberstädter einen Ball für das Hellwigsche Korps. Zur besonderen Überraschung Hellwigs hatte man seine Schwester und seinen Vater aus Braunschweig nach Halberstadt gebracht.
Drei Tage nach der Befreiung der Stadt, hingen im Zentrum Aufrufe zum freiwilligen Eintritt in das Korps. Obwohl sich bereits viele Freiwillige für die Halberstädter Kosaken gemeldet hatten, fanden sich dennoch junge Männer ein, die sich meldeten. Am 24. November verließen die Halberstädter Kosaken die Stadt und kämpften zusammen mit General Bülows Armee in den Niederlanden und in Frankreich. Am 10. Dezember wurde dann der neue Bürgermeister der Stadt, Domdechant  Weydemann, gewählt. Insgesamt kann man sagen, dass sich Halberstadt in Aufbruchsstimmung befand. Den Bürgern war kein Opfer unmöglich, wenn sie damit für die Befreiung ihres Vaterlandes eintreten konnten. Sie hatten bereits große Opfer erbracht um die alliierten Truppen ständig gebührend empfangen zu können. Ausdauer und Beharrlichkeit war damals die nobelste Eigenschaft der Einwohner Halberstadts.

GESAMTDEUTSCHLAND:
Am 3. Januar überschritten alliierte preußische und russische Truppen den Rhein und drangen schnell nach Frankreich vor. In den Wintermonaten versuchten eine Friedenspartei unter der Führung von dem österreichischen Fürsten Metternich eine totale Niederlage abzuwenden. Auf dem Friedenskongreß von Châtillon- sur- Seine hielt Napoleon jedoch die Österreicher hin, so daß die Gespräche im März ergebnislos abgebrochen wurden und Preußen, Österreich, England und Rußland ein Bündnisvertrag unterschrieben. Danach drangen die Kräfte schnell nach Paris vor wo sie in der Schlacht von Paris die Stadt am 30. März 1814 eroberten. Napoleon wollte weiterkämpfen, jedoch verweigerten ihm seine Generäle weitere Hilfe, so daß er am 6. April gezwungen war abzudanken. Er wurde dann nach Elba verbannt. Mit dieser Niederlage endete Napoleons Herrschaft über Europa und es begann der Wiener Kongreß. Auf dem Wiener Kongreß wurden dann die Prinzipien der Monarchie bestärkt und wiederbelebt um zu verhindern, daß ein Volk, getrieben von der eigenen Kraft, das Gleichgewicht in Europa derart stark verändert. Dabei wurden dann auch die Begriffe Legitimität, Restauration und Solidarität geprägt. Im Jahr 1815 kehrte Napoleon erneut nach Paris zurück und es begann die Herrschaft der 100 Tage. Mit den Schlachten bei Waterloo und Ligny verlor er jedoch erneut seine Macht und wurde diesmal auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er dann auch starb.

EREIGNISSE IN HALBERSTADT:
Obwohl Halberstadt nun eine freie Stadt war, waren auch weiterhin Anstrengungen nötig um diesen Krieg zu gewinnen. Nachdem sich viele freiwillig gemeldet hatten, folgte nun der Aufruf, daß  jeder seinen Beitrag zur Befreiung leisten sollte. Die Halberstädter störte dieser Aufruf nicht, da sie ohnehin schon viel Geld gespendet hatten, um die Heere zu unterstützen. So kamen im Dezember 1813 2260 Taler in Gold und 215 Taler Courant zusammen. Dennoch waren die Kosten für die Heere zwischen Elbe und Weser so gewaltig, daß die Spenden nicht mehr ausreichten. So gab es dann eine neue Verordnung, die vorsah die Gelder der Beamten zu beschneiden. Danach mußte ein Beamter einen Teil seines Geldes zu Heerszwecken abgeben
:

Von 100 bis 200 Taler Jahresgehalt:

Von 201 bis 400 Taler Jahresgehalt:

Von 401 bis 601 Taler Jahresgehalt:

Ab 601 Taler Jahresgehalt und höher :

Abgabe von 2 Talern

 Abgabe von 3 Talern

 Abgabe von 4 Talern

 Abgabe von 5 Talern

Quelle: Acta generalia des Magistrats zu Halberstadt

Ausgeschlossen von der neuen Regelung waren nur Lehrer, Offiziere und Pensionäre. Da auch diese Zwangsspenden nicht den gewünschten Erfolg brachten, sollten in allen größeren Städten Kommissionen zur Abgabenbestimmung gebildet werden. Diese Kommissionen sollten aus zwei Gutsbesitzern, zwei Fabrikanten und Kaufleute sowie dem Bürgermeister und einem Ratsmann bestehen. In Halberstadt bestand sie aus: Bürgermeister Weydemann, Ratsmitglied Eberhard, Gutsbesitzern Friedrich Rosemeyer und  Peter Kramer, dem Fabrikanten Diedrich und Kaufmann Bosse. Als die Kommission aufgestellt war, wurden alle Gewerbetreibende eingeladen, um eine Abgabensumme festzulegen. Dabei ging es immer um faire Summen, niemals um Ausbeutung. Erneut spendeten die Halberstädter Händler, Kaufleute und Handwerker gern für den Krieg. Am 31. Mai fuhr die Viktoria des Brandenburger Tor an Halberstadt vorbei. Jubel begleitete das Gespann. Die Viktoria mit ihrem Pferdegespann war 1806 von Napoleon aus Berlin verschleppt wurden. Da die Wagen  zu breit für die Stadttore waren, mussten sie an Halberstadt vorbeifahren. Nach der Siegesverkündung am 30. Mai kam es zu spontanen Feiern in der Stadt. Am 31. Mai schloss sich die Siegespredigt des Domoberpredigers Martens auf dem Domplatz  der Stimmung an.  Am 18. Oktober 1814 gedachte man in Halberstadt an die Gefallenden der Völkerschlacht bei Leipzig. Nach und nach kehrten dann auch die Freiwilligen nach Halberstadt zurück und würden herzlich empfangen.

Fazit:

Von Anfang an wurde in Halberstadt die westfälische Regierung, unter Napoleons Bruder Jerôme, abgelehnt. Dies bestätigen am besten Zahlen aus damaligen Quellen: so meldeten sich allein aus Halberstadt und Umgebung 577 Mann freiwillig für den Militärdienst. Aus Wegeleben, Quedlinburg, Oschersleben, Aschersleben, Ermsleben, Kroppenstedt, Gröningen und Hadmersleben meldeten sich insgesamt nur 461 Männer freiwillig. Noch deutlicher sind  die Zahlen der Spenden. So wurden in den Jahren der Fremdherrschaft allein aus Halberstadt 145 574 Taler für den Widerstand gespendet. Halberstädter gaben in den Jahren von 1812/13/14 oftmals Benefizaufführungen und verkauften Broschüren sowie Bücher um zusätzlich Geld für den Krieg zu verdienen. Die Sachleistungen sowie Sachspenden können nicht genau beziffert werden, lagen aber auch über den Durchschnitt. Schneider spendeten Uniformen für Soldaten sowie Ausrüstungsgegenständen und Stoffe, Waffenschmiede der Region spendeten Büchsen und reparierten oftmals kurzfristig die Waffen der Halberstadt erobernden Armeen. Die Leistung weisen auf ein hohes Nationalbewusstsein und hohen Patriotismus hin. Die Bürger wollten ein vereintes Deutschland frei von einer französischen Fremdherrschaft. Umso herber wurden sie von dem Wiener Kongress 1814/15 enttäuscht, als die alten monarchischen Herrschaftsformen wieder gefestigt wurde. Mit der Heiligen Allianz wurden alle Hoffnungen auf eine Vereinigung und mehr Liberalismus begraben. Dennoch wirkten die Halberstädter weiter auf das Ziel hin, was dann auch in der Revolution 1848/49 zum Ausdruck kommt. Doch viele Halberstädter haben in diesem Befreiungskrieg ihr Leben verloren und andere haben große Opfer erbracht um ihn zu gewinnen. Alle wurden enttäuscht. Es war der bis dahin größte Betrug am deutschen Volk in seiner langen Geschichte.

BESONDERE BEITRÄGE VON FREIWILLIGEN:

Anschließend an die zeitlich gegliederten Ereignisse in Halberstadt möchte ich nun noch einzelne Freiwilligenbeiträge näher erläutern und einen besonderen Freiwilligen vorstellen.

ZACHARIAS WERNY (1791- 1892):
Am 12. Oktober 1791 geboren, war Zacharias Werny  der Sohn eines Gärtners und Grundstücksbesitzers aus Halberstadt. Nach den Abschluss der Schule begann er mit der Ausbildung zum Gärtner. Er erlebte im Juli 1809 die Eroberung der Stadt durch den Herzog von Braunschweig - Oels mit. 1810 sollte er in die westfälische Armee eingezogen werden, floh aber über die Elbe nach Preußen. Dort lebte in ständiger Angst vor der französischen Geheimpolizei. Als die große Armee nach Russland zog, versteckte er sich. Im Herbst des Jahres 1812 beschloss er dann nach Österreich zu ziehen, wird aber in Breslau aufgefordert sich dem Lützowschen Korps anzuschließen. Seine erste Schlacht erlebte er im Juni des Jahres 1813 bei Leipzig, wobei die Stadt teilweise befreit werden konnte. Bei der Schlacht von Göhrde wurde er gefangengenommen, konnte sich aber aus eigener Kraft befreien und versuchte sich wieder dem Lützowschen Korps anzuschließen, konnte dieses jedoch nicht mehr erreichen. Daher trat er dann in die Russisch Deutsche Legion ein und nahm an Schlachten in der Nähe von Brüssel teil. Die Legion wurde nach der Schlacht von Brüssel dann in das 30. Linieninfanterieregiment der Preußen eingegliedert, welches unter Blücher 1815 an der Schlacht von Waterloo und Ligny teilgenommen hat. 1816 wurde er aus der Armee entlassen und kehrte nach Halberstadt zurück. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Gärtner. In diesem Beruf arbeitete er 60 Jahre und starb im August 1892 im Alter von 101 Jahren. Er wurde damals als lebendiges Denkmal bezeichnet, da er einer der letzten des Lützowschen Korps war, der noch lebte.  Er bekam mehrere Auszeichnungen für die erfolgreiche Teilnahme an mehreren Schlachten, so bekam er die Denkmünze für die Teilnahme an der Schlacht von Waterloo sowie mehrere Denkmünzen für die Schlacht von Paris.

DIE HALBERSTÄDTER FREIWILLIGEN JÄGER:
In Halberstadt meldeten sich insgesamt 269 Menschen als freiwilliger Jäger in dem Befreiungskrieg. Die Jäger nahmen an dem Feldzug teil, der 1814 Paris eroberte und wurden nach der Verbannung Napoleons aufgelöst. Als dieser von Elba zurückkehrte, wurden in Halberstadt gleich vier Kompanien gebildet. Die Kompanien rückten zwar gegen Frankreich aus, konnten aber selbst nicht mehr in den Kampf eingreifen. Auch hier zeigt sich wieder, dass die Anzahl der Freiwilligen höher als normal war, da die 269 Mann über dem Durchschnitt für Jäger in der Region lagen. 

DER HALBERSTÄDTER FRAUENVEREIN:
Zusätzlich muss man noch die Unterstützung der Frauen anerkennen, die vielleicht nicht auf dem Schlachtfeld gekämpft haben, aber die Produktion in der Heimat aufrecht erhalten haben und in Frauenvereinen zusätzliche Spendengelder auftrieben. So benötigte ein Soldat für seine Ausrüstung 87 Taler. Mittellosen jungen Männern half der Frauenverein mit Spenden, die sie durch  den Verkauf von  Handarbeiten bekamen. Die Frauen nutzten dabei sich alle bietenden Möglichkeiten zum Verkauf. So verkauften sie ihre Waren auf der Huysburg zum Fronleichnamsfest, dabei war nur 1% der Bevölkerung der Region katholisch. So leistete jeder seinen Teil zur Befreiung.

XI. Quellenangabe:

Günther Maseberg
Halberstadt zur Zeit der Befreiungskriege

Pastor G. Arndt
Chronik von Halberstadt von 1801 - 1850

Richter’sche Buchhandlung
Richter’s Deutsche Freiheitskrieg

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Geschichtsreferat